12 Nov

Ein Besuch im Kafka-Museum

Was gehört für Literaturbegeisterte dazu, wenn sie sich ins Auto setzen und nach Prag fahren? Richtig, ein Besuch im Kafka-Museum. Franz Kafka (1883 – 1924), der Deutsche in Prag, wurde ein eigenes Museum in Prag, seinem Geburtsort, gewidmet. Die Prager sind stolz auf ihre Kafka-Historie. Schließlich hat Kafka Weltliteratur geschrieben. Zu seinen berühmtesten Werken gehören unter anderem „Das Schloss“, „Der Prozess“, „Das Urteil“ und „Die Verwandlung“.

Was viele Museumsbesucher vorher gar nicht wissen: Kafka hat sein Geld gar nicht mit dem Schreiben verdient, sondern war als Jurist in einer Versicherungsanstalt tätig. Damals war es natürlich nicht so einfach wie heute schnell mal einen KFZ Versicherungsvergleich zu tätigen oder andere Versicherungen einfach online miteinander zu überprüfen. Die Arbeit in einem Versicherungsbüro gestaltete sich für den Künstler aber schlichtweg als zu langweilig, zu aufwendig und zu sinnlos.

Am Tage ist Franz Kafka seinem Beruf in der Versicherungsanstalt nachgegangen, während er sich in der Nacht seiner wahren Leidenschaft, dem Schreiben, widmete. Seine Erzählung „Das Urteil“ ist beispielsweise in einer einzigen Nacht entstanden. Im Kafka-Museum selbst finden wir die Kulisse eines typischen Versicherungsbüros aus der damaligen Zeit, versehen mit den typischen Aktenschränken. Auch finden sich im Kafka-Museum einige Zeichnungen und Skizzen des Schriftstellers.

Besonders bedeutungsvoll ist auch der „Brief an den Vater“, natürlich im Kafka-Museum in Original-Schrift zu finden, in dem Franz mit seinem Vater Hermann „abrechnet“. Weiterhin finden sich Dokumentationen zu dem abwechslungsreichen Liebesleben des Prager Schriftstellers. Kafka hat durch seinen berühmt berüchtigten „Vater-Sohn-Konflikt“ nie eine richtige, dauerhafte Beziehung eingehen können. Julie Wohryzeck, Milena Jesenská, Felice Bauer, Dora Diamant – alles Frauennamen, die mit Kafka in Verbindung gebracht wurden. Verbindungen, die gelöst, wieder aufgefrischt wurden und schließlich doch scheiterten (mal abgesehen von Dora Diamant, mit der er bis zu seinem Tode liiert blieb).

Der Besuch im Kafka-Museum lohnt sich vor allem auch für Schüler, die mit Kafka bislang wenig anfangen konnten. Der Einblick in das Leben Kafkas zwischen Versicherungsvergleichen und dem Autorenleben ist auf jeden Fall empfehlenswert und die Eintrittspreise sind auch in Ordnung.