26 Jan

Europäische Union Mitgliedsstaaten

Nach dem Zusammenschluss der sechs Gründerstaaten Deutschland (BRD), Frankreich, Italien und den späteren Beneluxländern zur EWG 1957 gab es insgesamt sechs Erweiterungen bis zur heutigen Europäischen Union mit 27 Mitgliedsstaaten. Die Verteilung der insgesamt 785 Sitze im Europaparlament hängt von der Einwohnerzahl der einzelnen Länder ab. So ist Deutschland als bevölkerungsreichster Staat der EU aktuell mit 99 Sitzen vertreten, Frankreich und Italien mit je 78, die Niederlande mit 27 und Belgien mit 24 Sitzen.

Erst sechzehn Jahre später kamen durch die sogenannte Norderweiterung Dänemark (14 Sitze), Irland (13 Sitze) und Großbritannien (78 Sitze) zur EG dazu. Besonders Großbritannien, dessen Beitritt bereits 1963 durch Frankreich verhindert wurde, und Irland, als einziges EG- Mitglied damals nicht in der NATO, profitierten durch die finanzielle Unterstützung der EG. Norwegen hatte ebenfalls die Mitgliedschaft beantragt, allerdings stimmte die Bevölkerung gegen den Antrag, um einen eventuellen Verlust des Wohlfahrtsstaates zu verhindern.

Äußerst umstritten war die Aufnahme Griechenlands 1981 im Rahmen der ersten Süderweiterung. Neben der erst sieben Jahre zuvor abgeschafften Militärjunta führte das gespannte Verhältnis zur Türkei sowie antiamerikanische Äußerungen zu der Auffassung, mit der Aufnahme des als „Unruheherd“ geltenden Landes ein internationales Risiko einzugehen. Heute ist Griechenland mit 27 Sitzen in Brüssel vertreten.

1986 traten mit der zweiten Süderweiterung Spanien (54 Sitze) und Portugal (24 Sitze) bei. Dadurch wurde die Europäische Freihandelsassoziation EFTA, ein Gegenmodell der EG, bedeutend geschwächt. Für Spanien war der Beitritt eine Chance, nach der Franco- Diktatur den Schritt zu einer freien und demokratischen Zukunft zu wagen. Die EG hatte zu diesem Zeitpunkt 12 Mitgliedsstaaten.

Österreich, Finnland und Schweden, heute mit jeweils 18, 14 und 19 Sitzen vertreten, brachten die EG durch die vierte Erweiterung (EFTA- Erweiterung) 1995 auf 15 Mitglieder. Der Beitritt Norwegens scheiterte zum zweiten Mal nach einer Volksabstimmung.

Mit der Osterweiterung 2004 wurde mit zehn neuen Mitgliedern die größte Anzahl an Staaten überhaupt aufgenommen: Hinzu kamen das Baltikum, Polen (54 Sitze), Tschechien (24 Sitze), die Slowakei, Ungarn (24 Sitze), Slowenien, Malta und Zypern. Nach der sechsten Erweiterung 2007 mit Rumänien und Bulgarien (35 und 18 Sitze) wird derzeit über den Beitritt der Türkei verhandelt.